Wie wird diskriminiert?
Verbaler Rassismus ist die häufigste Form von Rassismus. Er trifft die Menschen in ihrem Alltag. Andere Formen wie physische Attacken nehmen eher ab. Nur schwer zu erfassen sind das Ausmass und die Auswirkungen des zugrundeliegenden strukturellen Rassismus. Auch die hohe Dunkelziffer erschwert eine klare Sicht auf die Situation.

Je nach Quelle werden unterschiedliche Arten rassistischer Diskriminierung erfasst. Um sie zu vergleichen, sind in der folgenden Grafik Kategorien aus den verschiedenen Berichten zusammengefasst (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden». Die Daten der Grafik finden sie hier: Auswertung des SFM der erfassten Vorfälle und Meldungen nach Art der Diskriminierung (XLSX)):
Wählen Sie rechts die Datenquelle, die Sie interessiert. Fahren Sie dann mit dem Mauszeiger über die Grafik, um den Anteil einer Art von Fällen pro Jahr anzuzeigen.
Die in der Grafik angegebenen Totale beziehen sich auf die Nennungen der verschiedener Arten von rassistischer Diskriminierung in der jeweiligen Quelle. Da sich in einem Vorfall mehrere Arten von rassistischer Diskriminierung kumulieren können (z.B. verbaler Rassismus sowie Sachbeschädigung) ist das Total höher als das Total der je Quelle ausgewiesenen Vorfälle.
In den Quellen, die in dieser Grafik erfasst sind, dominiert klar der verbale Rassismus. Diese Form von Rassismus kommt im Alltag am häufigsten vor und wird am einfachsten erkannt. Verbaler Rassismus bleibt, statistisch betrachtet, über die Jahre hinweg unverändert auf hohem Niveau präsent. Nur die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) verzeichnet, seit einem Höchststand 2011, eine kontinuierliche Abnahme von verbalem Rassismus.
Bei den Beratungsfällen (DoSyRa) zeigt sich, dass auch subtilere, eher strukturell angelegte Formen von Rassismus zunehmend als solche identifiziert werden. Fälle im Zusammenhang mit der Kategorie «Benachteiligung und Diskriminierung» nehmen zu, genauso wie die im Medienmonitoring der GRA erfassten Vorfälle. Insgesamt betrachtet zeichnet sich aber kein klarer Trend ab. So stagnieren Strafrechtsfälle in der Entscheidsammlung der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), die dem Bereich Diskriminierung und Benachteiligungen zuzuordnen sind, auf tiefem Niveau (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden»).
Nach längerer Abnahme ist seit ungefähr 2020 das Ausmass der Angriffe auf die körperliche Integrität steigend. Der SIG verzeichnet eine leichte Zunahme von rechtsextreme Aufmärschen, welche jeweils vor allem in den Medien grosse Aufmerksamkeit erhalten. Sachbeschädigungen in Verbindung mit rassistischer Diskriminierung kommen eher selten vor.
In vielen Quellen werden weniger Schriften, rassistisches Material und rassistische Zuschriften (E-Mails, Briefe) erfasst (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden»). Das GRA-Medienmonitoring registriert in den letzten drei Jahren eine deutliche Zunahme, während der SIG möglicherweise eine leichte Zunahmen rassistischer Schriften verzeichnet. In der Entscheidsammlung der EKR stagnieren die Fälle.
In der 2023 durchgeführte Zwischenerhebung «Zusammenleben in der Schweiz», mit Fokus auf rassistische Diskriminierungserfahrung, wurde zum ersten Mal nach der Art und Weise dieser gefragt. Zu den am häufigsten deklarierten Formen erlebter rassistischer Diskriminierung gehören demnach Ausgrenzung, Nichtbeachtung, Spott, verbale Gewalt, Bedrohung und Mobbing – Formen, die mitunter schwerer zu fassen, im Alltag aber häufiger anzutreffen sind.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema
Auf der Website der FRB:
- Quellen und Methoden
- Glossar
- Einstellungen, wo Rechtsextremismus abgehandelt wird
- Studie struktureller Rassismus, die das Problem in verschiedenen Lebensbereichen aufzeigt
- Beratungs- und Meldestellen sowie Rechtsratgeber, wo unter anderem beschrieben wird, welche Möglichkeiten Betroffene haben, um sich zu wehren

Wie häufig wird diskriminiert?
Das dokumentierte Ausmass rassistischer Diskriminierung ist in Bewegung. Erhebungen sowie Beratungs- und Rechtsfälle geben Hinweise darauf.

Wer wird diskriminiert?
Die Sicht auf die betroffenen Menschen ist aus verschiedenen Gründen eingeschränkt. Ihre Nationalität, ihr Geschlecht, ihr Alter etc. liefern trotzdem Hinweise.

Wo wird diskriminiert?
Betroffene erleben rassistische Diskriminierung an unterschiedlichen Orten. Aber ob bei der Arbeit oder im Ausgang: Rassistische Diskriminierung hinterlässt Spuren.

Wer diskriminiert?
Ein genaues Bild der Täterinnen und Täter ist schwierig, weil Daten nicht erhoben werden oder vertraulich sind. Anhaltspunkte geben Straftaten.

Einstellungen
Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache, Hautfarbe: Viele Menschen stört die Vielfalt. Aber noch mehr finden: Rassistische Diskriminierung ist ein ernstes Problem.