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Wie wird diskriminiert?

Verbaler Rassismus ist die häufigste Form von Rassismus. Er trifft die Menschen in ihrem Alltag. Andere Formen wie physische Attacken nehmen eher ab. Nur schwer zu erfassen sind das Ausmass und die Auswirkungen des zugrundeliegenden strukturellen Rassismus. Auch die hohe Dunkelziffer erschwert eine klare Sicht auf die Situation.

Die Illustration zeigt eine junge Frau, die zu Boden schaut. Sprechblasen neben ihr symbolisieren verbale rassistische Attacken, denen sie ausgesetzt ist.

Je nach Quelle werden unterschiedliche Arten rassistischer Diskriminierung erfasst. Um sie zu vergleichen, sind in der folgenden Grafik Kategorien aus den verschiedenen Berichten zusammengefasst (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden». Die Daten der Grafik finden sie hier: Auswertung des SFM der erfassten Vorfälle und Meldungen nach Art der Diskriminierung (XLSX)):

Wählen Sie rechts die Datenquelle, die Sie interessiert. Fahren Sie dann mit dem Mauszeiger über die Grafik, um den Anteil einer Art von Fällen pro Jahr anzuzeigen.

Die in der Grafik angegebenen Totale beziehen sich auf die Nennungen der verschiedener Arten von rassistischer Diskriminierung in der jeweiligen Quelle. Da sich in einem Vorfall mehrere Arten von rassistischer Diskriminierung kumulieren können (z.B. verbaler Rassismus sowie Sachbeschädigung) ist das Total höher als das Total der je Quelle ausgewiesenen Vorfälle.

In den Quellen, die in dieser Grafik erfasst sind, dominiert klar der verbale Rassismus. Diese Form von Rassismus kommt im Alltag am häufigsten vor und wird am einfachsten erkannt. Verbaler Rassismus bleibt, statistisch betrachtet, über die Jahre hinweg unverändert auf hohem Niveau präsent.

Bei den Beratungsfällen (DoSyRa) zeigt sich, dass auch subtilere, eher strukturell angelegte Formen von Rassismus zunehmend als solche identifiziert werden. Fälle im Zusammenhang mit der Kategorie «Benachteiligung und Diskriminierung» nehmen zu, genauso wie die im Medienmonitoring der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) erfassten Vorfälle.  Insgesamt betrachtet zeichnet sich aber kein klarer Trend ab. So nehmen Strafrechtsfälle in der Entscheidsammlung der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), die dem Bereich Diskriminierung und Benachteiligungen zuzuordnen sind, ab (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden»).

In den letzten Jahren eher rückläufig ist das Ausmass der Angriffe auf die körperliche Integrität sowie rechtsextreme Aufmärsche. Letztere erhalten jeweils vor allem in den Medien grosse Aufmerksamkeit. Sachbeschädigungen in Verbindung mit rassistischer Diskriminierung kommen eher selten vor.

In fast allen Quellen werden weniger Schriften, rassistisches Material und rassistische Zuschriften (E-Mails, Briefe) erfasst (Klassifizierung unter «Quellen und Methoden»). Nur das GRA-Medienmonitoring registriert mehr rassistische Schriften. Die Entscheidsammlung der EKR verzeichnet ebenfalls einen Anstieg der Fälle.

In der 2023 durchgeführte Zwischenerhebung «Zusammenleben in der Schweiz», mit Fokus auf rassistische Diskriminierungserfahrung, wurde zum ersten Mal nach der Art und Weise dieser gefragt. Zu den am häufigsten deklarierten Formen erlebter rassistischer Diskriminierung gehören demnach Ausgrenzung, Nichtbeachtung, Spott, verbale Gewalt, Bedrohung und Mobbing – Formen, die mitunter schwerer zu fassen, im Alltag aber häufiger anzutreffen sind.

Die Illustration zeigt Gruppen von Menschen. Drei bilden eine Gruppen, zwei weitere Personen machen sich über jemanden lustig, eine junge Frau schaut zu Boden. Aufgezeigt werden zudem die verschiedenen Arten der Diskriminierung, die 2023 in der Zwischenerhebung "Zusammenleben in der Schweiz" erhoben wurden: 47% Spott, Mimik; 41% Ausgrenzung, Nichtbeachtung, 41% verbale Gewalt, Beleidigung, Drohung; 38% Mobbing, Unterstellungen, Informationen vorenthalten; 19% Leistungsverweigerung, kein Zugang zu Recht; 19% andere, 16% Racial Profiling; 9% Hassnachrichten; 7% körperliche Gewalt.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema

Auf der Website der FRB:

Wie häufig wird diskriminiert?

Das dokumentierte Ausmass rassistischer Diskriminierung ist in Bewegung. Erhebungen sowie Beratungs- und Rechtsfälle geben Hinweise darauf.

Wer wird diskriminiert?

Die Sicht auf die betroffenen Menschen ist aus verschiedenen Gründen eingeschränkt. Ihre Nationalität, ihr Geschlecht, ihr Alter etc. liefern trotzdem Hinweise.

Wo wird diskriminiert?

Betroffene erleben rassistische Diskriminierung an unterschiedlichen Orten. Aber ob bei der Arbeit oder im Ausgang: Rassistische Diskriminierung hinterlässt Spuren.

Wer diskriminiert?

Ein genaues Bild der Täterinnen und Täter ist schwierig, weil Daten nicht erhoben werden oder vertraulich sind. Anhaltspunkte geben Straftaten.

Einstellungen

Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache, Hautfarbe: Viele Menschen stört die Vielfalt. Aber noch mehr finden: Rassistische Diskriminierung ist ein ernstes Problem.