Von rassistischer Diskriminierung sind junge Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund besonders stark betroffen. Gründe, warum Menschen rassistisch diskriminiert werden, sind die Nationalität, Hautfarbe, ethnische Herkunft und Religion. Die Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» zeigte 2024 einen leichten Rückgang bei «Herkunft» und eine stabile Entwicklung bei «Hautfarbe», während «Religion» leicht zunahm. In den Beratungen hingegen stiegen vor allem Nationalität, Hautfarbe und Religion als genannte Diskriminierungsgründe an.
Diese Grafik zu rassistischen Diskriminierungsmerkmalen zeigt: Bei der Bevölkerung, die rassistische Diskriminierung erlebt hat, gaben 12% als Grund die Nationalität an, 5% je die Hautfarbe und die Religionszugehörigkeit und etwas weniger – 3% – die ethnische Herkunft (Quelle: Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz», Auswertung des SFM rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx). Daneben gibt es jedoch weitere Merkmale, die Anlass für Diskriminierungen sein können.
Insgesamt haben gemäss Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS) 30% der ständigen Wohnbevölkerung – über 1.9 Millionen Menschen zwischen 15 und 88 Jahren – in den letzten fünf Jahren Diskriminierung erfahren. Abgefragt werden in der Erhebung nicht nur rassistische Gründe (Schätzung aufgrund der Stichprobe).
In der folgenden Grafik sind erfasste Vorfälle von Diskriminierung aus verschiedenen Quellen zusammengefasst. Mehrfachnennungen sind möglich. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die einzelnen Elemente der Grafik, um die Werte anzuzeigen. Wählen Sie rechts davon die Datenquelle, die Sie interessiert.
Die Nationalität ist das Diskriminierungsmerkmal, das am meisten genannt wird: von rund der Hälfte der Menschen, über 800 000 Personen, die angeben, Diskriminierung erlebt zu haben (ZidS, Schätzung aufgrund der Stichprobe).
Auffällig ist der vergleichsweise hohe Wert für Diskriminierung aufgrund von Sprache, Dialekt und Akzent. Bisherige Auswertungen deuten darauf hin, dass Diskriminierung aufgrund von Sprache mehrheitlich Personen betrifft, deren Sprache als «ausländisch» wahrgenommen wird, oder Personen, die die lokale Sprache nicht fehler‑ oder akzentfrei sprechen. Mit geschätzt über 400 000 Personen am dritthäufigsten genannt ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Die Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit stagniert seit 2020 zwischen 4 und 5%. Um welche Religion es sich handelt, können wir aufgrund der Fragestellung aktuell nicht sagen.
Bei allen hier verarbeiteten Quellen zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Vorfälle. Bei den DoSyRA-Beratungsfällen bleibt Ausländerfeindlichkeit/ Fremdenfeindlichkeit mit 426 Nennungen das häufigste Diskriminierungsmotiv, gefolgt von Anti-Schwarzem Rassismus (368). Antimuslimischer Rassismus verzeichnet den stärksten Zuwachs (209 gegenüber 62 im 2023), danach folgen Rassismus gegen Menschen aus dem arabischen Raum (142 gegenüber 69 im 2023), dem asiatischen Raum (79) sowie Antisemitismus (66). Hier nicht dargestellt, aber dennoch zu erwähnen ist der von SIG und GRA sowie der CICAD ausgewiesene markante Anstieg antisemitischer Vorfälle, insbesondere im online Bereich.
Die Anzahl der Gerichtsentscheide schwankt jährlich, zeigt aber insgesamt einen Anstieg. Am häufigsten betreffen sie Hautfarbe, gefolgt von Nationalität und Religion. Ob sich die Ereignisse vom 7. Oktober 2023 auf die Zahl der Gerichtsverfahren auswirken, bleibt abzuwarten.
Wenn wir von Diskriminierungsmerkmalen sprechen, meinen wir einerseits tatsächliche, andererseits zugeschriebene Merkmale, die mit den von Rassismus betroffenen Personen in Verbindung gebracht werden. Beispielsweise können ein Kopftuch oder ein Bart Ausdruck religiöser Zugehörigkeit sein – müssen aber nicht. Wer diskriminiert oder Vorurteile hat, fragt in der Regel nicht nach, sondern trifft Annahmen über eine Person. Mehr darüber erfahren Sie unter «Einstellungen».
Rassistische Diskriminierungsmerkmale im Einzelnen
Was die rassistische Diskriminierung betrifft, sind in der Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» die Merkmale «Nationalität», «ethnische Herkunft», «Hautfarbe oder andere körperliche Merkmale» sowie «Religion» erfasst. Gemäss der Auswertung des SFM (ZidS/SFM, Auswertung des SFM rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx) kann dazu zusammenfassend festgehalten werden: Die Angabe von «Hautfarbe oder andere körperliche Merkmale» als Grund für die Diskriminierung ist seit 2022 stabil geblieben. Hingegen ging der Anteil der aufgrund der ethnischen Herkunft Diskriminierten zwischen 2022 und 2024 leicht zurück – nachdem er sich zuvor stabilisiert hatte. Die Religionszugehörigkeit als Diskriminierungsgrund nahm 2024 erneut leicht zu, nachdem er 2022 stabil geblieben war.
Ist «Nationalität» ein rassistisches Diskriminierungsmerkmal? Diese Frage wird in der Schweiz immer wieder diskutiert. Unumstritten ist, dass sich Rassismus in unserem Land häufig als «Ausländerfeindlichkeit» äussert, die sich gegen als «fremd» wahrgenommene Personen richtet. Anders als in der UNO-Anti-Rassismuskonvention (ICERD) wurde «nationaler Ursprung» nicht in den Katalog der Diskriminierungs-Strafnorm (Art 261bis StGB) aufgenommen. Allerdings wenden Gerichte immer öfter die Diskriminierungs-Strafnorm an, wenn mit «Nationalität» die Ethnie gemeint ist oder es sich um Sammelbegriffe wie etwa «Ausländer» oder «Asylant» handelt, die auf eine bestimmte Ethnie abzielen (Quelle: Leimgruber, Studie EKR, S. 28 ff.).
Gibt jemand bei der Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS) die Kategorie «Nationalität» als Diskriminierungsgrund an, kann sich dies auf die eigentliche Staatsangehörigkeit oder generell auf «Ausländer» bzw. eine zugeschriebene Nationalität oder Herkunft beziehen. Der Anteil der Gesamtbevölkerung, die angibt aufgrund der Nationalität diskriminiert worden zu sein, steigt gemäss der Auswertung der Erhebung ZidS durch das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) weiter an. Unter jenen, welche rassistische Diskriminierung erlebt haben, hat sich der Anteil Diskriminierung aufgrund der Nationalität über die Zeit nicht erhöht (Quelle: ZidS/SFM, Auswertung des SFM rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx).
Die Beratungsstellen verzeichnen einen Anstieg der Vorfälle von Diskriminierung aufgrund der Nationalität. Die Entscheide aus der Entscheidsammlung der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) zur Ideologie «Rassismus (Nationalität/Herkunft)» nehmen gleichzeitig auf vergleichsweise tiefem Niveau leicht ab.
Lesen Sie zum Diskriminierungsmerkmal der Nationalität das Thema «Einstellungen» in diesem Monitoring und den Eintrag zu Fremdenfeindlichkeit im Glossar.
Als «Ethnie» wird eine Gruppe von Personen bezeichnet, die den kulturellen Hintergrund und die Sprache, eine gemeinsame Geschichte sowie gewisse Bräuche und Traditionen teilen. Personen mit bestimmten Überschneidungen dieser Werte verstehen sich als Teil einer spezifischen Gruppe. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe als auch die Gruppe selbst sind nicht statisch und in sich geschlossen, sondern können sich über die Zeit hinweg verändern. Tatsächliche Zugehörigkeit zu einer Gruppe und die Wahrnehmung durch Dritte müssen nicht immer übereinstimmen.
Die Anzahl Menschen, die aufgrund der ethnischen Herkunft diskriminiert wurden, stieg gemäss der Erhebung ZidS (Quelle: ZidS/SFM, Auswertung des SFM rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx) seit 2016 an, besonders seit 2020. Dieser Anstieg fällt mit Covid-19 und, zumindest zu Ende der Erhebung, mit der «Black Lives Matter»-Bewegung zusammen. Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, wurde bisher nicht untersucht. Seit 2022 blieb der Wert auf relativ tiefem Niveau stabil, bzw. sank 2024 leicht.
Nach wie vor werden in der Schweiz keine offiziellen Daten zur «ethnischen Herkunft» erfasst; Schätzungen zu den in der Schweiz lebenden Minderheiten stützen sich deshalb vor allem auf den Migrationsstatus, aber auch auf die Nationalität, den Geburtsort, die Religionszugehörigkeit etc., also nicht auf die Selbstbezeichnung der betreffenden Personen (mehr dazu unter Quellen und Methoden).
Rassismus gegen Schwarze Menschen bezieht sich spezifisch auf das Merkmal der Hautfarbe und auf andere physiognomische Merkmale. In der Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS) werden «Hautfarbe und körperliche Merkmale» von 5% der Gesamtbevölkerung – über 300 000 Menschen – als Grund für die erlebte Diskriminierung angegeben (Schätzung aufgrund der Stichprobe). Dies entspricht ungefähr der geschätzten Zahl der in der Schweiz wohnhaften Schwarzen Personen. Es ist folglich davon auszugehen, dass beinahe alle von ihnen rassistische Diskriminierung erleben.
In der Erhebung ZidS stieg die Diskriminierung aufgrund von «Hautfarbe und anderer körperlicher Merkmale» bis 2022 kontinuierlich an. 2024 stabilisierte sich der Anteil. Diese Kategorie erfasst anti-Schwarzen Rassismus, aber auch Rassismus aufgrund weiterer, nicht weisser Hautfarben und körperlicher Merkmale.
Dass der Rassismus gegen Schwarze Menschen zunimmt – oder sich Schwarze Menschen öfter wehren –, zeigt sich auch in anderen Statistiken: die EKR-Entscheidsammlung weist einen Anstieg der Vorfälle von anti-Schwarzem Rassismus aus. Anti-Schwarzer Rassismus ist zudem, nach Nationalität, gemäss Beratungsstatistik das am häufigsten genannte Diskriminierungsmotiv und stagniert bei über einen Drittel (Quelle: ZidS/SFM, Auswertung des SFM rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx). Auf der Meldeplattform für rassistische Online-Hassrede wurden 2024 von insgesamt 302 Meldungen 66 zu anti-Schwarzem Rassismus erfasst.
In der Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS) hat der Anteil der Bevölkerung, der aufgrund der Religionszugehörigkeit diskriminiert wurde, seit 2010 insgesamt zugenommen. Seit 2020 stagniert der Wert zwischen 4 und 5% (Quelle: ZidS/SFM, Auswertung rassistischer Diskriminierung nach Diskriminierungsmerkmal, xlsx). 2019 wurde die Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit auch in der Erhebung «Sprache, Religion und Kultur» (ESRK) des Bundesamts für Statistik gemessen. 8.2% der Gesamtbevölkerung gaben an, in den letzten zwölf Monaten aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert worden zu sein.
Die Beratungsstatistik wie auch die EKR-Entscheidsammlung verzeichnen betreffend Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit einen deutlichen Anstieg. Auf der Meldeplattform für rassistische Online-Hassrede wurden 2024 156 Meldungen zum Merkmal Religion erfasst.
Antimuslimischer Rassismus bezeichnet eine ablehnende Haltung und Einstellung gegenüber Menschen, die sich als Musliminnen oder Muslime bezeichnen oder als solche wahrgenommen werden.
35% der muslimischen Personen waren mindestens in einer konkreten Situation in der Schweiz Opfer von Diskriminierung (Quelle: ESRK, 2019). Dies ist im Vergleich mit anderen Glaubensgemeinschaften der mit Abstand höchste Wert. Die Vorfälle von antimuslimischem Rassismus bleiben in der Beratungsstatistik stabil, in der EKR-Entscheidsammlung steigen die Rechtsfälle hingegen tendenziell an. Auf der Meldeplattform für rassistische Online-Hassrede wurden 2024 78 Meldungen zu antimuslimischem Rassismus erfasst. Diese haben sich damit fast verdreifacht - 2023 waren es insgesamt lediglich 27, 2022 16 Meldungen.
Globale Krisen, wie etwa die Covid-Pandemie, der Ukraine-Krieg oder Gewalteskalationen im Nahen Osten triggern häufig unmittelbar und in hohem Masse rassistische Vorfälle. Nach dem 7. Oktober 2023 etwa registrieren Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich (VIOZ) und der Stiftung DIAC - De l'Individuel Au Collectif eine Verdoppelung antimuslimischer Vorfälle. 2024 verzeichnete DoSyRa den stärksten Anstieg im Bereich antimuslimischer Rassismus (209 Nennungen; 2023: 62). Ebenfalls deutlich zugenommen hat Rassismus gegen Menschen aus dem arabischen Raum mit 142 Nennungen (2023: 69). Dies zeugt davon, dass antimuslimischer Rassismus in der Schweiz tief verwurzelt und weit verbreitet ist. Er kann nicht politischen Extremen zugeschrieben werden. Dies belegt auch die 2025 publizierte Studie «Antimuslimischer Rassismus in der Schweiz», welche die FRB beim SZIG in Auftrag gegeben hat.
Antisemitismus wird heute als Oberbegriff und zum Teil als Synonym für alle Formen antijüdischer Haltungen und Einstellungen verwendet.
In sämtlichen hier untersuchten Quellen (ZidS, DoSyRa, EKR-Entscheidsammlung, SIG und CICAD) steigt die Zahl antisemitischer Vorfälle. Besonders markant ist der Anstieg im Online-Bereich (mehr unter: «Wie häufig wird diskriminiert»). Im Jahr 2024 wurden auf der Meldeplattform für rassistische Online-Hassrede 77 Meldungen zur Kategorie Antisemitismus erfasst. 2022 gab es 23 und 2023 51 Meldungen – wir verzeichnen einen kontinuierlichen, starken Anstieg. Im Vergleich zu 2022 haben sich die Meldungen knapp verdreifacht.
Globale Krisen wie die Covid‑Pandemie, der Ukraine‑Krieg oder die Kriege im Nahen Osten wirken regelmässig als unmittelbare Trigger für einen deutlichen Anstieg antisemitischer sowie weiterer rassistischer Vorfälle. Der SIG registrierte 2024 insgesamt 221 Vorfälle – ein Anstieg um 42,5 % gegenüber 2023 und um 287 % gegenüber 2022. Als zentraler Treiber gilt insbesondere der Nahost‑Konflikt. Durch den Einsatz einer neuen Suchsoftware seit 2024, die öffentlich zugängliche Online-Inhalte durchsucht, wurden zudem 1 596 Online‑Vorfälle gemäss IHRA-Antisemitismus-Definition dokumentiert, davon 890 auf Telegram. Auch die CICAD verzeichnet einen markanten Anstieg: 2024 wurden 1 789 antisemitische Vorfälle gemäss IHRA-Antisemitismus-Definition erfasst – 89,5 % mehr als im Vorjahr. Rund 72 % dieser Fälle betrafen Online‑Inhalte, insbesondere auf Instagram, X und Telegram. Inhaltlich dominierte traditioneller Antisemitismus (55 %), begleitet von zunehmenden Verschwörungsnarrativen (18%) und als antizionistisch beurteilten Inhalten (14%).
Dies zeugt davon, dass Antisemitismus nicht als Problem der politischen Extremen verstanden werden kann, sondern in der Schweizer Gesellschaft breit verankert ist. Der Index des BFS zu Feindseligkeit gegenüber jüdischen Personen sank zwischen 2016 und 2022 leicht. 2024 stieg der Index nun ein erstes Mal an und liegt auf einer Skala von 1 (Ablehnung dieser Einstellung) bis 4 (Zustimmung zu dieser Einstellung) bei 1.82. Im Vergleich mit den weiteren im Rahmen des BFS zu Feindseligkeit errechneten Indizes handelt es sich um jenen, mit dem stärksten Anstieg. Ob es sich hierbei um einen anhaltenden Bruch mit dem bisherigen Trend handelt, können erst weitere Erhebungen zeigen.
Die ZHAW‑Studie «Entwicklung von Antisemitismuserfahrungen unter Jüdinnen und Juden in der Schweiz» (März 2025) vergleicht zwei Onlinebefragungen aus 2020 (487 Teilnehmende) und 2024 (1’335 Teilnehmende). Obwohl nicht repräsentativ, zeigen die Ergebnisse eine klare Verschlechterung der Sicherheitslage. 2024 nahmen 90,8 % der Befragten einen Anstieg des Antisemitismus wahr (2020: 74,2 %). Viele reagierten darauf im Alltag: 71,4 % vermieden sichtbare jüdische Symbole wie Kippa oder Davidstern (2020: 62,9 %), und 28,4 % gaben an, über Auswanderung nachgedacht zu haben. Auch die Zahl der persönlich erlebten Vorfälle stieg 2024 deutlich. 46,9 % berichteten von Belästigungen in den vergangenen zwölf Monaten – gegenüber 31,3 % im Jahr 2020. Besonders häufig trat Diskriminierung im Arbeitsumfeld und im Bildungsbereich auf. Körperliche Gewalt blieb zwar selten (1,9 % → 3,9 %, kein signifikanter Anstieg), ebenso Sachbeschädigungen, von denen rund jede 25. befragte Person betroffen war. Trotz der Zunahme an Vorfällen sank die Bereitschaft, diese zu melden. Dadurch verbleibt ein bedeutender Teil der antisemitischen Vorfälle im Dunkelfeld und wird statistisch nicht erfasst.
Rassismus gegen Jenische, Sinti/Manouches oder Roma bezeichnet eine von Stereotypen und Feindschaft geprägte Einstellung gegenüber diesen Minderheiten. Bei der Beratung ist ein sehr deutlicher Anstieg der Vorfälle zu beobachten, 2024 waren es 25, 2023 noch 13 Beratungsfälle. Auf der Meldeplattform für rassistische Online-Hassrede wurden 2024 fünf Meldungen in der Kategorie Rassismus gegen Jenische/Sinti/Roma erfasst.
Die Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» misst u.a. den Bevölkerungsanteil, welcher die Anwesenheit von Menschen mit fahrender Lebensweise im Alltag als störend empfindet. 2024 betrug dieser 23.5 % - dies ist im Vergleich zu anderen Gründen mit Abstand der höchste Wert: 7% empfinden im Alltag Menschen anderer Nationalität, 4.6 % Menschen anderer Hautfarbe und je 10.8% Menschen anderer Religion sowie Menschen mit anderer Sprache als störend.
Rassistische Diskriminierung trifft insbesondere jüngere Personen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Die letzten Resultate der Erhebung Zusammenleben in der Schweiz (ZidS) verzeichnen eine leichte Abnahme bei Personen mit niedrigerer Bildung.
Rassistische Diskriminierung trifft alle Altersgruppen, wie die obige Grafik zeigt, am häufigsten die jüngeren (Quelle: Auswertung des SFM der Erfahrung rassistischer Diskriminierung nach soziodemographischen Variablen, xlsx). Ausserhalb der anonymisierten Erhebung «Zusammenleben in der Schweiz» (ZidS) werden nur selten soziodemografische oder andere rassismusrelevanten Angaben zu diskriminierten Personen erfasst oder diese werden aufgrund der hohen Sensibilität der Daten nicht zugänglich gemacht. ZidS und die Beratungsfälle liefern dennoch Indizien dafür, wer vermehrt diskriminiert wird.
Wählen Sie oberhalb der Grafik das Kriterium, das sie interessiert, sowie rechts die Datenquelle. Mit dem Mauszeiger über der Grafik werden Ihnen die Werte pro Jahr angezeigt.
Diese Grafik bezieht sich auf die 17% der Bevölkerung, die im Rahmen von ZidS 2024 sagen, in den letzten fünf Jahren rassistische Diskriminierung erfahren zu haben. Was zeigen diese Daten? Die wichtigsten Aussagen dazu:
Jüngere Menschen geben häufiger an, rassistische Diskriminierung erlebt zu haben.
Gesamthaft betrachtet ist der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund deutlich höher als der Anteil ohne Migrationshintergrund (nach Definition von «Migrationshintergrund» des Bundesamts für Statistik).
Die Unterschiede der Diskriminierungserfahrung nach Geschlecht sind klein.
2024 sank der Anteil der Personen mit obligatorischer Schulbildung, die rassistische Diskriminierung erlebt haben, auf 23% und damit auf das Niveau von 2020.
Wird zusätzlich die Religion der Befragten als Faktor berücksichtigt, zeigt sich, dass Personen aus nicht-christlichen religiösen Minderheiten häufiger Diskriminierung erleben (Quelle: Gesamtauswertung, S. 38 ff).
Gemäss Beratungsstatistik des Dokumentationssystems Rassismus (DoSyRa) nehmen rassifizierte Männer zwischen 26 und 65 Jahren 2024 am meisten Beratung wegen rassistischer Diskriminierung in Anspruch (Glossar, Stichwort «Rassifizierung»).
Der Schweizer Pass schützt nicht vor rassistischer Diskriminierung: 2024 stellten Schweizerinnen und Schweizer, oftmals mit einer Doppel-Staatsbürgerschaft, den grössten Anteil der Ratsuchenden. Zugenommen haben zudem Fälle, in denen Menschen mit französischer oder ukrainischer Nationalität betroffen waren. Die Anzahl betroffener Personen mit Türkischer, Afghanischer oder eritreischer Nationalität bleibt konstant hoch.
Themendossiers der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR)
Wie häufig wird diskriminiert?
Das dokumentierte Ausmass rassistischer Diskriminierung ist in Bewegung. Erhebungen sowie Beratungs- und Rechtsfälle geben Hinweise darauf.
Wo wird diskriminiert?
Betroffene erleben rassistische Diskriminierung an unterschiedlichen Orten. Aber ob bei der Arbeit oder im Ausgang: Rassistische Diskriminierung hinterlässt Spuren.
Wie wird diskriminiert?
Verbale Attacken, schriftliche Beleidigungen, strukturelle Benachteiligung oder sogar Schläge – rassistische Diskriminierung hat viele Gesichter.
Wer diskriminiert?
Ein genaues Bild der Täterinnen und Täter ist schwierig, weil Daten nicht erhoben werden oder vertraulich sind. Anhaltspunkte geben Straftaten.
Einstellungen
Nationalität, ethnische Zugehörigkeit, Religion, Sprache, Hautfarbe: Viele Menschen stört die Vielfalt. Aber noch mehr finden: Rassistische Diskriminierung ist ein ernstes Problem.